Bruxismus - da knirschen die Zähne

Bruxismus oder das Knirschen mit den Zähnen

Einer Studie zu Folge knirschen rund 20 Prozent der Bundesbürger mit den Zähnen. Sie tun das im Schlaf, oft unbemerkt, doch mit allen unangenehmen Auswirkungen. Meistens bringt einen erst der (Bett)Partner auf die Spur, dem das Knirschen entweder auf die Nerven geht oder der sich einfach nur Sorgen um die Gesundheit von Frau oder Mann macht. Manchmal knirscht man auch am hellichten Tage mit den Zähnen, dies vorrangig in Stresssituationen.

Vor allem die jüngeren und in der Mitte des Lebens stehenden Semester sind betroffen, Frauen offenbar mehr als Männer. Wer sich nicht genau über dieses Phänomen im Klaren ist, sollte seinen Zahnarzt dazu befragen. Der sieht zum Beispiel Schleifspuren und polierte Oberflächen des Zahns, untrügliche Hinweise auf den unangenehmen Bruxismus.

Als Ursachen gelten vor Stress und im Schlafe hin und her gewälzte Sorgen. Das ist per se nicht sonderlich schlimm, das Knirschen aber hat mehr schädlichen Einfluss auf die Zähne als gemeinhin angenommen.

So ist natürlich der ausgeübte Druck ein großes Problem. Beim starken Aufeinanderbeißen der Zahnreihen wird ein durchschnittlicher Druck von 80 Kilogramm ausgeübt! Werden Kieferknochen und Zähne zusammengebissen, ist das zehnmal so stark wie beim Zerkauen einer Mahlzeit! So erwachen dann viele vom Knirschen Betroffene des Morgen mit starkem Muskelkater in Kiefer und manchmal auch Nacken und Halsbereich.

Zähneknirschen

Schienen für die Zähne können bei Bruxismus helfen

Ebenfalls bedenklich ist das stete Reiben der Zähne. Dieses auch als „Schmirgeln“ bezeichnete Verhalten greift den Zahnschmelz an. Vor allem die Backenzähne sind betroffen und wenn Schmirgeln wie Aufeinanderbeißen zusammenkommen, setzt sich ein regelrechtes Mahlwerk in Gang. Die Kaufläche wird beansprucht, völlig über Gebühr und letztlich können sich Risse bilden. Der Zahn bricht dann im schlimmsten Fall einfach ab und auch das Zahnfleisch entzündet sich. Da muss man dann teure Überkronungen einsetzen, die letztlich auch wieder zum Opfer des Knirschen werden können.

Sind die Kauflächen abgerieben, passt das Kiefergelenk oft nicht mehr ideal und es kommt zu anhaltenden Kopfschmerzen, die sich zudem noch schwer diagnostizieren lassen.
Was also tun? Am sinnvollsten sind sicher mechanische Hilfsmittel. Da gibt es Schienen, die um die 30 Euro kosten und die sich auch individuell anfertigen lassen. Das Knirschen hört allerdings nicht auf, allein der Druck auf den Zahnapparat und auch das beschriebene Schmirgeln werden entscheidend geringer.

Wie immer weigern sich die Krankenkassen, den Patienen effektiv zu unterstützen und bezahlen meist nur die erste Schiene. Alle weiteren Anfertigungen müssen selbst bezahlt werden, ein Unding, da das Zähneknirschen unbestritten als Erkrankung gilt und logischerweise über einen langen Zeitraum behandelt werden muss. Manchmal verweigern sich diese Ignoranten in den blitzenden Glastürmen sogar, wenn es um die Aufnahme neuer Patienten in eine Zahnzusatzversicherung geht.

Stress lässt sich zudem durch Entspannungsübungen mindern. Yoga und Ähnliches bieten sich an. Es gibt auch homöopathische Mittel, deren Wirksamkeit freilich jeder selbst testen sollte. Sie sind umstritten und gelten vielen Mediziner als Humbug. Nicht zuletzt kann eine Psychotherapie helfen, gerade wenn die Probleme tiefer liegen und vielleicht aufgearbeitet werden müssen.

Was tun bei Bruxismus

Manchmal kommt es auch noch zu einer wenig bekannten Schiefstellung des Beckens. Die permanente Überlastung der Muskeln kann Verschiebungen im Körper anrichten, die letztlich nur mit den Mitteln von Orthopäden zu behandeln ist.